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Mentoring to become a species expert

Abb. 1: Der grosse Schritt von der Grundausbildung zum Spezialisten oder zur Spezialistin kann mit einem Mentoring stark erleichtert werden.
Abb. 1: Der grosse Schritt von der Grundausbildung zum Spezialisten oder zur Spezialistin kann mit einem Mentoring stark erleichtert werden.
Abb. 1: Der grosse Schritt von der Grundausbildung zum Spezialisten oder zur Spezialistin kann mit einem Mentoring stark erleichtert werden.

In der Schweiz sind nicht nur hunderte Arten vom Aussterben bedroht, sondern auch die Artenspezialisten und -expertinnen. Etliche sind bereits pensioniert oder stehen in den letzten Jahren ihrer Arbeitstätigkeit. Wie kann ihr Fachwissen an die nächste Generation weitergegeben werden?

Die Trägerschaft Bildung Artenkenntnisse befasst sich mit der Frage, wie motivierte Personen mit einer guten Grundausbildung (Stufe 3) zu Spezialisten (Stufe 4) weitergebildet werden können.

Spezialisierungskurse sind nur bedingt geeignet, da sie sich erst ab einer gewissen Gruppengrösse finanziell und organisatorisch lohnen und gerade bei witterungsabhängigen Arten schwierig zu planen sind. Deshalb wurde ein Leitfaden für Artenkenntnis-Mentorings entwickelt. Beim Mentoring gibt eine erfahrene Person (Mentor/in) ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an eine weniger erfahrene Person (Mentee) weiter. Es gibt verschiedene Formen und Möglichkeiten von Mentoring. Hier sollen zwei Grundtypen unterschieden werden: Das Ausbildungs- und das Qualitätsmentoring. Idealerweise wird das Mentoring im Rahmen bestehender Aufträge durchgeführt und hierbei unterschieden sich die zwei Typen.

Beim Ausbildungsmentoring liegt der Auftrag beim Mentor. Die Mentee begleitet die Tätig keiten, übernimmt einfachere Arbeiten, hat aber nur geringe Verantwortung. Beim Qualitätsmentoring liegt der Auftrag bzw. die Verantwortung beim Mentee. Der/die Mentor/in begleitet die Feldarbeit teilweise, gibt Tipps und kontrolliert insbesondere die Richtigkeit der Bestimmung. Durch diese Qualitätskontrolle hat auch der Auftraggeber die Gewissheit, dass die erhobenen Daten verlässlich sind. Selbstverständlich kann von den Mentoren nicht erwartet werden, solche Arbeiten kostenlos zu erfüllen. Hier besteht seitens der Auftraggeber ein grosser Hebel, der zu einer Win-Win-Win-Situation führen kann. Wenn Auftraggeber wie die kantonalen Naturschutz-Fachstellen bereit sind, Aufträge an Personen auf dem Weg zur Spezialisierung zu vergeben und für das Qualitätsmentoring durch erfahrene Expertinnen aufkommen, profitieren alle. Durch das Mentoring ist die Qualität gesichert, der/die Mentor/in kann das Fachwissen weitergeben und der Auftraggeber hat durch die weitergebildete Fachperson auch in Zukunft die Möglichkeit, Erhebungen oder Schutzmassnahmen für die Artengruppe in Auftrag zu geben. Nach dem Auftrag sind also hoffentlich nicht nur die Arten weniger bedroht, sondern auch die Artenkennerinnen.

Unabhängig von der Auftragslage funktioniert ein Mentoring nur, wenn die Beziehung zwischen Mentor/in und Mentee stimmt. Vor Beginn sollten verschiedene Aspekte wie der Umfang des Mentorings, die Finanzierung, die Kommunikationswege und zeitlichen Abläufe abgesprochen werden, damit die gegenseitigen Erwartungen geklärt sind. Mit dem Leitfaden Artenkenntnis-Mentoring können Details anhand von Fragen gemeinsam angesprochen und geklärt werden.

Die Trägerschaft Bildung Artenkenntnisse hofft, dass dank solcher Mentorings in den kommenden Jahren neue Spezialistinnen ausgebildet werden. Sie dankt bereits jetzt den Experten, die ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben, und den Auftraggebern, die durch das Integrieren von Mentoring in Aufträgen mithelfen, die Artenkenntnisse zu sichern.

Contact

Dr. Claudia Rutte
SCNAT
Platform Biology
House of Academies
PO Box
3001 Bern
Switzerland