Ein seltsamer, 240 Millionen Jahre alter Fisch wird «Art des Jahres 2018» der SSS

Genau wie aktuelle Arten, werden jedes Jahr auch neue fossile Arten von Wissenschaftlern beschrieben. In Jahr 2017 haben Forscher an Schweizer Institutionen insgesamt 138 neue Arten beschrieben. Acht von diesen sind ausgestorbene Arten! Von diesen krönte die SSS Foreyia maxkuhni zur «Art des Jahres 2018».

Foreyia maxkuhni

Die heutige Artenvielfalt ist nur ein kleiner Teil der gesamten Biodiversität, die es seit dem Beginn des Lebens auf der Erde vor 3.8 Milliarden Jahren gegeben hat. Unter den vielen Millionen Tier- und Pflanzenarten, die vor unserer Zeit existierten, sind uns einige als Fossilien bekannt.

Überreste dieser ausgestorbenen Art wurden in den Bünder Alpen in 2740 Meter Höhe gefunden, und zwar in 240 Millionen Jahre alten Schichten der mittleren Trias. Foreyia wurde von Paläontologen der Museen Genf, Basel und Zürich untersucht.

Foreyia ist ein Quastenflosser und gehört somit zu einer Fischgruppe, die bereits seit 400 Millionen Jahren existiert. Im Allgemeinen sind Quastenflosser alle ähnlich, aber Foreyia bildet eine Ausnahme. Der Fisch zeigt eine Kuppel auf dem Schädel, hat einen gebogenen, kleinen Mund und einen verkürzten Körper, der von grossen Flossen flankiert wird. Wir kennen die Färbung dieses Fisches nicht, aber da er in einem flachen Meer lebte, können wir davon ausgehen, dass er lebhafte Farben hatte – ganz im Gegensatz zum heutigen Quastenflosser Latimeria.

Die Geschichte des Lebens auf der Erde ist geprägt von Episoden starker biologischer Diversifizierung, und Foreyia ist Zeuge davon. Aber es gab auch Perioden, die durch das Verschwinden von Arten geprägt waren, einschliesslich fünf Massensterben. Es ist möglich, dass wir momentan am sechsten dieser Aussterben teilnehmen. Um diesen Prozess zu verstehen und das Aussterben zu verhindern, ist ein besseres Verständnis der Artenvielfalt der Vergangenheit und natürlich der Gegenwart erforderlich.

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